La Fems


Bibliographie
Œuvres
Collection

 

 

 

english français

Fondation Edouard et Maurice Sandoz

MYS sepia

Maurice-Yves Sandoz (1892-1958)

Schriftsteller, Komponist und Sammler

Maurice-Yves Sandoz war ein Mann mit vielen Fazetten. Nach einer soliden wissenschaftlichen Ausbildung (Doktorat in Chemie an der Universität Lausanne, 1916) führte ihn seine Liebe zu Kunst, Literatur und Musik dazu, sich sowohl als Mäzen und Sammler als auch als Kunstschaffender ganz dieser Neigung hinzugeben.

Stets auf Reisen, lebte er in Burier in der Schweiz, in Rom und Neapel, in New York und Lissabon, mit Aufenthalten in Nordafrika, Indien, England, Brasilien und Mexiko. Als unvergleichlicher Gastgeber empfing er an seinen diversen Wohnsitzen Intellektuelle, Künstler und Persönlichkeiten aus aller Herren Länder, alles, was Europa seinerzeit diesbezüglich zu bieten hatte.

Seine Leidenschaft für seltene Mineralien und die ausgeklügelten Mechanismen der Fabergé-Kreationen sowie die ungewöhnlichen Begegnungen, die er Zeit seines Lebens machen sollte, prägten seine ausserordentliche, vielseitig talentierte Persönlichkeit als Schriftsteller, Dichter und Komponist.

Seine Bibliographie der 20er bis 50er Jahre ist eine Abfolge von Novellen und Erzählungen (Erzählungen und Novellen, Neues Errinern, Am Rande, Schweizer Erzählungen etc.), Romanen (Das Labyrinth, Das Haus ohne Fenster), Theaterstücken (La Maîtresse, The Balance), aber auch Gedichtbänden und Reiseerzählungen. Etwa fünfzehn Titel wurden insgesamt sechsundsechzig Mal in fünf Sprachen verlegt. Die jüngsten Neuauflagen erfolgten 1992 (Der Friedhof von Skutari, Limatt Verlag, Zürich) und 1994 (Le Labyrinthe, Editions Melchior, Genf). Aus seinen Erzählungen sind Surrealismus und Phantastik nicht wegzudenken. Viele davon wurden von berühmten Künstlern wie Salvador Dali, den er am Ende der 30er Jahre in Rom kennenlernte, illustriert.

Das im Vergleich zur schrifstellerischen Tätigkeit von Maurice Sandoz weniger umfangreiche musikalische Werk, das anfänglich von Schumann beeinflusst war, kann später mit der französischen Schule eines Duparc, Debussy oder Fauré verglichen werden. Zu seinen Stücken, hauptsächlich für Klavier und Gesang, zählt eine für Serge de Diaghilev komponierte choreographische symphonische Suite, die 1913 mit Ernest Ansermet am Dirigentenpult in Montreux aufgeführt wurde.